Das Schauspielhaus Zürich reagiert auf die Corona-Situation mit neuen Formaten. Weiterhin spielt das Haus für 50 Zuschauer*innen, auf allen Bühnen. Im Dezember gibt es zusätzlich jeden Donnerstag Live-Streamings von ausgewählten Inszenierungen. Zudem wird die Pfauen-Bühne für freischaffende Künstler*innen geöffnet. Heute wird dazu ein Open Call veröffentlicht.
Presseinformation
Ein Programm spielbereit, aber keinen Ort mehr, um dieses zu spielen? Entgangene Ein- nahmen? Und Bühnen-Heimweh? Mit der Reihe “Open Call Open Haus” öffnet das Schauspielhaus Zürich die Pfauen-Bühne für freischaffende Künstler*innen aus Theater, Musik, Literatur, Tanz, Performance oder Comedy. Vorerst an drei Daten im Dezember sowie ein- mal Anfang Januar soll der Pfauen auf diese Weise Künstlerinnen und Künstlern der Stadt zur Verfügung gestellt werden. Heute veröffentlicht das Schauspielhaus dazu einen Aufruf über Social Media.
“Das Schauspielhaus kann weiterhin auch für 50 Personen spielen, doch nicht alle können das”, sagt Co-Intendant Benjamin von Blomberg. “Wir sind uns dessen bewusst und stellen daher unsere Pfauen-Bühne zur Verfügung.” Die Einnahmen gehen an die Künstler*innen, das Schauspielhaus stellt Infrastruktur und Technik zur Verfügung. Die Auswahl der einge- gangenen Projekte übernehmen verschiedene Abteilungen des Schauspielhauses.
Ebenfalls im Dezember beginnt das Schauspielhaus, mit dem Format des Live-Streamings zu experimentieren: einmal pro Woche, jeweils am Donnerstag, werden ausgewählte Produktionen live gestreamt. “Wir wollen dabei ein möglichst intensives und spezielles Theater-Erlebnis ermöglichen”, sagt Benjamin von Blomberg: “Ob das besser wird, als Netflixquatsch, natürlich nicht! Manche von unseren Hausregisseuren*innen halten prinzipiell gar nichts davon. Wir machen jetzt aber einmal unsere Erfahrungen damit: mal schauen! Ich bin super gespannt. »
Die Vorstellungen werden mit mehreren Kameras live gestreamt. Die verschiedenen Kameraperspektiven werden durch die Regisseur*innen der Inszenierung selbst angesteuert. Am 3. Dezember beginnen wir mit “Frühlings Erwachen” von Suna Gürler, am darauffolgenden Donnerstag (10. Dezember) testet Leonie Böhm vor Publikum, was Streaming für ihre Inszenierung von “Leonce und Leonce” bedeutet.
Das Schauspielhaus Zürich passt sich der besonderen Situation stetig neu an: Ende Oktober, gleich nach dem Entscheid des Bundesrats, wurde beschlossen weiter zu spielen – mit dem erprobten Schutzkonzept, auch für 50 Menschen. Das Haus kann dieses Angebot dank der Subventionen von Stadt und Kanton machen. Um kurzfristig auf Programmänderungen besser reagieren zu können, werden bis auf Weiteres jeweils nur Karten für eine Spielwoche verkauft. Die Programm-Vorschau der geplanten Stücke findet sich auf dem Web-Kalender des Schauspielhaus Zürich.
Foto: Gina Folly