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Friedemann Vogels erste Choreographie Not in my hands

Der Erste Solist und Kammertänzer des Stuttgarter Balletts Friedemann Vogel hat sein erstes Werk in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Solisten des Stuttgarter Balletts Thomas Lempertz choreographiert.

Pressemitteilung

Das Stück heißt Not in my hands und handelt von den Gefühlen mit denen TänzerInnen konfrontiert sind seitdem die Theater aufgrund der Corona Pandemie geschlossen sind.

Das Werk präsentiert Vogel gezwungenermaßen erstmal keinem Live-Publikum, sondern mit dem Medium der Stunde, dem Film. Sein Tänzerkollege Roman Novitzky hält filmisch fest, wie Vogel sein Werk auf der Bühne des schmerzlich leerem Stuttgarter Opernhauses tanzt, das seit Beginn seiner Karriere seine Heimat ist.

Zu Mozarts Requiem erzählt Not in my hands von der Ohnmacht, Angst, Hoffnung und dem Kontrollverlust, wenn plötzlich der größte Teil des TänzerInnen-Daseins wegbricht: Das Tanzen für das Publikum.

Überwältigt von der leere, verbiegen wir uns, um sie mit Erinnerungen zu füllen, die mit den Hoffnungen und Ängsten des gegenwärtigen Moments verwoben sind. Wir lächeln und ertragen es, setzen eine tapfere Fassade auf und tun so als wüssten wir was zu tun ist, bis wir es schließlich wissen. Überwältigt von Emotionen, ohne die Möglichkeit, sie auszudrücken, geraten wir außer Kontrolle und kämpfen gegen die Einschränkungen an, die uns gleichzeitig verbinden und vorantreiben.

Denn mit den Einschränkungen kommt eine gewisse Freiheit, und mit der Isolation ein Überfluss von Raum – Raum zum Nachdenken und Raum zum Schaffen. Alles scheint unmöglich, also ist alles möglich. Es liegt weder in meiner noch in Deiner Hand, also geben wir alle Illusionen von Macht auf und überlassen uns der Ebbe und Flut. Doch selbst wenn wir allein sind, finden wir einen Weg weiterzumachen und schöpfen neue Kraft aus unserem Inneren, um uns den Herausforderungen zu stellen, die vor uns liegen.

Friedemann Vogel

Foto: Roman Novitzky

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